Phase I - Studie der Charite Berlin zur moderaten Ganzkörperhyperthermie bei rekurrenten Kopf-/Halstumoren

 

Zschaeck S et al: Fever range whole body hyperthermia for re-irradiation of head and neck squamous cell carcinomas: Final results of a prospective study. Oral Oncol. 2021 Feb 21;116:105240.

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33626457/

 

Rogasch J, Beck M, Stromberger C et al. PET measured hypoxia and MRI parameters in re-irradiated head and neck squamous cell carcinomas: findings of a prospective pilot study [version 2; peer review: 2 approved]. F1000Research 2021, 9:1350

OPEN ACCESS https://doi.org/10.12688/f1000research.27303.2

 

Ausgehend von amerikanischen experimentellen Daten zu einer verbesserten Oxygenierung von Kopf-/Halstumoren durch moderate Ganzkörperhyperthermie (GKHT), führte die Charite-Strahlentherapie eine Phase 1-Pilotstudie mit 10 Patienten zur Durchführbarkeit und Toxizität einer kombinierten Thermoradiochemotherapie bei inoperablen, vorbestrahlten Kopf/Hals-Plattenepithelkarzinomen mit infauster Prognose durch. Verwendet wurde das Gerät heckel-HT3000.

Behandlungsprotokoll:

  • hyperfraktionierte Wiederbestrahlung mit 1,2 Gy, 2x täglich, und einer Gesamtdosis von 66 Gy
  • begleitende Chemotherapie, i.d.R. Cisplatin
  • 5 GKHT-Behandlungen, 1x/Woche, begleitend zur Wiederbestrahlung

Ergebnis:

Bei 5 Patienten konnten alle geplanten GKHT-Behandlungen durchgeführt werden. Bei 1 Patient trat während der Radiochemotherapie eine aktive Infektion auf, so dass keine weitere Hyperthermie möglich war, 1 Patient brach die Hyperthermie wegen klaustrophobischer Beschwerden und 2 wegen  schlechter Compliance ab, 1 bereits rekrutierter Patient konnte wegen Covid19-Restriktionen nícht behandelt werden. Die Kombination der Radiochemotherapie mit Ganzkörperhyperthermie führte zu keinem Anstieg der akuten Toxizität. Bezüglich Therapieansprechen und Überleben traten keine nachteiligen Wirkungen auf. Besonders bei den Patienten, die das komplette Protokoll absolvieren konnten, wurden positive Tendenzen bzgl. der Therapieergebnisse und der Lebensqualität beobachtet.

Die Studienhypothese, dass moderate GKHT der Hypoxie bei rekurrenten Kopf/Halstumoren entgegenwirkt, konnte nicht überprüft werden, da bei den meisten Patienten schon vor Beginn der Behandlungen keine Hypoxie gemessen wurde. Dieser unerwartete Befund wird in der zweiten Publikation (Rogasch et al.) ausführlich beschrieben.

 

Persönliche Einschätzung und Ausblick:

Bei Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung und sehr ungünstiger Prognose muss mit Abbrüchen der mit thermoregulatorischem Streß verbundenen, anstrengenden Ganzkörperhyperthermiebehandlung gerechnet werden.

Die geringe Patientenzahl ermöglicht keine Aussage zur Wirksamkeit der kombinierten Therapie. Die oben beschriebenen positiven Beobachtungen haben an der Charite jedoch das Interesse an weiteren Studien geweckt, die sich in konkreter Vorbereitung befinden.

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